• Winterreifen - Die Saison hat begonnen

    Hier können Sie sich nachstehende Zusammenstellung herunterladen: Winterreifen_NFZ.pdf


    § 2 Absatz 3a der Straßenverkehrsordnung (StVO) sagt sinngemäß:

    Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte ... dürfen Lkw ab 3,5 t zGG nur gefahren werden, wenn an den Rädern der Antriebsachsen M+S Reifen angebracht sind. ..


    Für welche Fahrzeuge gilt die Winterreifenpflicht?

    Die Winterreifenpflicht gilt grundsätzlich für alle Kraftfahrzeuge, das heißt für sämtliche Landfahrzeuge, die durch Maschinenkraft bewegt werden, ohne an Bahngleise gebunden zu sein. Der Winterreifenpflicht unterliegen daher auch Motorräder.

    Ausgenommen von der Winterreifenpflicht sind nicht maschinenkraftbetriebene Fahrzeuge, wie beispielsweise Anhänger, Wohnwagen oder Fahrräder etc.

    Land- u. forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge sind ebenfalls von der Winterreifenpflicht ausgenommen, weil diese in der Regel mit derart grobstolligen Reifen oder Ganzjahresreifen ausgerüstet sind, dass sie auch bei winterlichen Wetterverhältnissen eingesetzt werden können, ohne eine Gefahr oder eine Behinderung für die übrigen Verkehrsteilnehmer darzustellen.

    Eine Besonderheit gilt für schwere Nutzfahrzeuge (können auch Reisemobile > 3,5 t zGG sein)


    Schwere Nutzfahrzeuge (Busse und Lkw der Fahrzeugklassen M2, M3, N2 und N3) müssen auf den Antriebsachsen Winterreifen aufziehen. Die Reifen an den übrigen Achsen haben aufgrund von erhöhten Naturkautschukanteilen bessere Haftungseigenschaften als Pkw-Sommerreifen und sind dadurch grundsätzlich für den Ganzjahreseinsatz geeignet.

    Was bedeuten die Fahrzeugklassen M2, M3, N2 und N3?

    Die Fahrzeugklassen haben folgende Bedeutung:
    M2: Für die Personenbeförderung ausgelegte und gebaute Kraftfahrzeuge mit mindestens vier Rädern und mehr als acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz und einer zulässigen Gesamtmasse bis zu 5 Tonnen.
    M3: Für die Personenbeförderung ausgelegte und gebaute Kraftfahrzeuge mit mindestens vier Rädern und mehr als acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz und einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 5 Tonnen
    N2: Für die Güterbeförderung ausgelegte und gebaute Kraftfahrzeuge mit mindestens vier Rädern und mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen bis zu 12 Tonnen.
    N3:Für die Güterbeförderung ausgelegte und gebaute Kraftfahrzeuge mit mindestens vier Rädern und mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 12 Tonnen.



    Welche ordnungsrechtlichen Folgen kann ein Verstoß gegen die gesetzliche Winterreifenpflicht haben?
    Wer bei winterlichen Wetterverhältnissen in Form von Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte mit einem Kraftfahrzeug ohne M+S Reifen fährt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.
    Diese kann von den zuständigen Kontrollbehörden mit einem Regelbußgeld von 40 Euro geahndet werden.
    Bei entsprechender Behinderung des Straßenverkehrs aufgrund fehlender M+S Reifen kann ein Regelbußgeld in Höhe von 80 Euro verhängt werden.
    Bei der Verhängung eines Bußgeldes in Höhe von 40 bzw. 80 Euro erfolgt darüber hinaus der Eintrag eines Punktes im Verkehrszentralregister.



    Anforderungen an geeignete Bereifung

    Die Bereifung muss für sehr unterschiedliche Straßenbeschaffenheiten geeignet sein. Gerade im Winter soll sie auf trockener, nasser und vereister Fahrbahn, auf festgefahrenem Schnee und auf schnee- oder schneematschbedeckter Straße gleichbleibende Funktionen (hohe Traktion, geringer Rollwiderstand) optimal erfüllen. All diesen Anforderungen hundertprozentig gerecht zu werden, ist technisch nicht möglich.

    Für den Einsatz in der Praxis muss daher ein Kompromiss gefunden werden. Die Reifenindustrie bietet eine breite Reifenproduktpalette für unterschiedlichste Einsatzzwecke an. Für den universellen Einsatz ergeben sich daraus entsprechende Vor- und Nachteile.
    Neben Aspekten winterlicher Fahrbahnbeschaffenheiten (wie z.B. Schneematsch, festgefahrene Schneedecke) muss der individuelle Einsatz des Fahrzeuges bei der richtigen Reifenauswahl Berücksichtigung finden.

    Es gibt keinen Reifen, der bei stark schneebedeckten Straßenverhältnissen und entsprechenden Steigungen ohne Haftungsprobleme ist. Dem Fahrer muss klar sein, dass diese Reifen keinesfalls allen kritischen Straßenverhältnissen gerecht werden können, ganz gleich, mit welchen Reifen sein Fahrzeug ausgerüstet ist. Das gilt für alle Reifenprodukte und -fabrikate!

    Nutzfahrzeug-/ Reisemobilreifen unterscheiden sich in ihrem Laufflächenmaterial erheblich von Pkw-Reifen. Ausschlaggebend sind vor allem die andersartigen Gummimischungen mit erhöhten Naturkautschukanteilen. Daher sind Nutzfahrzeug-/ Reisemobilreifen im Gegensatz zu Pkw-Sommerreifen von vornherein für den Ganzjahreseinsatz geeignet. Aufgrund des hohen Naturkautschukanteils spielt bei Nutzfahrzeug-/ Reisemobilreifen die 7°-Celsius-Grenze als Umrüstkriterium auf winterliche Bedingungen keine Rolle. Die so genannten Traktionsreifen für die Antriebsachsen von Nutzfahrzeugen/Reisemobilen zeichnen sich durch ein um- und querverlaufendes Rillenprofil aus und tragen in der Regel herstellerseitig eine „M+S“-Kennung. Von daher ist die Forderung an eine geeignete Nutzfahrzeug-/ Reisemobilbereifung für typische mitteleuropäische Winterverhältnisse dann als erfüllt anzusehen, wenn vorschriftsmäßige vorschriftsmäßige Reifen mit ausreichender Profiltiefe an allen Radpositionen angebracht und die Antriebsachsen mit „M+S“-gekennzeichneten Traktionsreifen ausgerüstet sind.

    Bei Einsatzschwerpunkten in „überwiegend winterlichen Regionen“ (schneereiche Gebiete mit ungeräumten, konstant schneebedeckten Fahrbahnen, wie sie z.B. in Skandinavien oder im mitteleuropäischen Bergland herrschen) sind zusätzlich Empfehlungen der Reifenhersteller zu berücksichtigen und ggf. ergänzend Schneeketten zu verwenden.
    Es ist immer zu prüfen, ob bei plötzlich eintretenden winterlichen Bedingungen das Fahrzeug mit der bestehenden Ausrüstung sicher beherrscht werden kann. Falls nicht, muss ein geeigneter Parkplatz aufgesucht werden. Dort kann z.B. durch Schneeketten eine hinreichende Ausrüstung hergestellt werden. Andernfalls muss das Fahrzeug dort so lange verweilen, bis die Straßenverhältnisse den Wiedereinsatz in der bestehenden Ausrüstung erlauben.

    Schneeflockensymbol

    Das Schneeflockensymbol befindet sich häufig auf Winterreifen, um sie als solche kenntlich zu machen. Vorgeschrieben ist jedoch nur die Bezeichnung M+S. Weil es sich dabei aber um keinen geschützten Begriff handelt und deshalb auch auf nicht wintertauglichen Reifen stehen kann, hat sich die Reifenindustrie darauf verständigt, das Schneeflockensymbol einzuführen.
    Bei Nutzfahrzeug-/ Reisemobil ist das Schneeflockensymbol nicht, bzw. nur auf Reifen zu finden, die für den harten Wintereinsatz entwickelt wurden.

    Quelle: Zusammengetragen von Toni Feiter